Die Berufsbildung in Deutschland und Griechenland sieht sich mit gemeinsamen Herausforderungen konfrontiert. Das Projekt „Future4VET” dient als Brennglas für die Herausforderungen der modernen Berufsbildung in beiden Ländern

Die Veranstaltung „Gestaltung einer arbeitsmarktorientierten beruflichen Bildung“, die am 7. Mai 2025 im Rahmen des deutsch-griechischen Kooperationsprojekts „Future4VET“ im Auditorium der Nationalgalerie in Athen stattfand, brachte die Bildungsministerien sowie Wirtschafts- und Sozialpartner beider Länder mit dem Projektteam, bestehend aus FIAP e. V., der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer und Arbeit und Leben Hamburg, zusammen, um die Herausforderungen der beruflichen Bildung der Zukunft zu diskutieren.

Im Mittelpunkt der künftigen Zusammenarbeit stehen vor dem Hintergrund der Veranstaltung folgende Themen, die Impulse in beiden Berufsbildungssystemen setzen sollen:

  • Angesichts des bestehenden und drohenden Fachkräftemangels in beiden Ländern muss die berufliche Bildung attraktiver werden, damit junge Menschen dort Zukunftsperspektiven sehen. Unternehmen müssen motiviert werden, in die Fachkräfte von morgen zu investieren.
  • Stärkung der beruflichen Bildung im Hinblick auf den ökologischen und technologischen Wandel (Ökologisierung, Digitalisierung) unserer Gesellschaften, aber auch deren sozialen Wandel (neue Zielgruppen, neue Qualifikationsanforderungen auf den Arbeitsmärkten/Unternehmertum, transdisziplinäre Kompetenzen).
  • Stärkung partizipativer Strukturen zur Gestaltung der Berufsbildung durch Einbeziehung aller Akteure des Arbeitsmarktes, der Berufsbildner:innen sowie der Jugendlichen, die in der Berufsbildung Perspektiven finden sollen. Stärkung der Berufsbildung durch neue Lehr- und Lernformate, die Selbstständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Persönlichkeitsentwicklung fördern.
  • Stärkung der Unternehmen bei der Übernahme von Ausbildungsaufgaben.
  • Schaffung von Orten und Ressourcen zum Erproben neuer Angebote und neuer Organisationsformen.
  • Stärkung und Qualifizierung neuer arbeitsmarktpolitischer Zielgruppen.

Diese Themen beschäftigen uns in Griechenland und Deutschland gleichermaßen.

Das FIAP führt derzeit gemeinsam mit dem IAT im Auftrag der Stadt Gelsenkirchen eine Studie zum geplanten Bildungs- und Innovationscampus durch. Dieser soll die örtlichen Berufskollegs zusammenbringen und sie somit stärken.

In dieser Studie wird deutlich, wie ähnlich die Herausforderungen sind und welches Potenzial der internationale Erfahrungsaustausch zu diesen Themen haben kann. Wir freuen uns, diese Themen auch in Zukunft in beiden Ländern begleiten zu dürfen.